Borkenkäfergefahr vorbeugen
Die sorgfältige Aufarbeitung dieser über den Winter sichtbar gewordenen Käferbäume muss jetzt erfolgen. Dieses Brutmaterial kann durch Häckseln, Mulchen oder Verbrennen vernichtet werden. Beim Verbrennen ist besonders auf die erhöhte Waldbrandgefahr zu achten und die Durchführung der örtlichen Feuerwehr zu melden. Ohne diese Maßnahmen können die im Kronenbereich überwinternden Käfer (vorwiegend Kupferstecher) ausfliegen und ein Vielfaches an Schaden anrichten. Der vollständige Entwicklungszyklus des Buchdruckers dauert je nach Witterung (je wärmer und trockener desto rascher) zwischen acht bis zwölf Wochen. Aus einem Käferpaar können sich 40 bis 70 Jungkäfer entwickeln. Unter günstigen Bedingungen entwickeln sich zwei, ja sogar drei (!) Generationen. Aus dieser Vermehrungsrate wird deutlich, wie wichtig die Vernichtung der ersten Generation ist.
Aus einem befallenen Käferbaum können über 10.000 Borkenkäfer ausfliegen!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Mit der Schadholzaufarbeitung ist es jedoch nicht getan. Um einer Gefährdung durch den Borkenkäfer wirksam vorzubeugen ist es notwendig, in regelmäßigen Abständen die eigenen Wälder zu begehen und die Bäume auf eventuelle Käferschäden zu kontrollieren.
Wichtigste Merkmale für einen Käferbefall:
- Dürrer Wipfelbereich und Kronenverlichtung
- Braunes Bohrmehl am Wurzelanlauf des Baumes
- Trockene und dürre Nadeln am Boden
- Abblättern der Rinde im oberen Stammdrittel
Vereinzelte dürre Käferbäume sind nur die Spitze des Käferberges. Die größere Gefahr liegt in den bereits befallenen Nachbarbäumen. Vorbeugend sollten aber auch „Randbäume“ - gesunde Fichten, die sich am Rand von „Käferlöchern“ befinden - mitgeschlägert werden. Der Käfer kann auch schon in diesen brüten, ohne dass man sichtbare Schädigungen von außen her erkennen kann.
Fangbäume legen
Bei der Vorlage von Fangbäumen sind unter anderem folgende wichtige Regeln zu beachten:
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Fangbaumvorlage nur bei flächigem Befall sinnvoll – nicht bei Einzelbefall.
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Gesunde Bäume aus der herrschenden oder mitherrschenden Schicht mit einem Mindestdurchmesser von 20 cm in Brusthöhe verwenden.
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Bäume entasten und besonnte Stammabschnitte mit Reisig abdecken.
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Fangbäume wöchentlich kontrollieren.
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Fangbäume bis spätestens fünf Wochen nach dem ersten Befall (Larvenstadium) aufarbeiten oder bekämpfungstechnisch behandeln.
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Weitere Fangbäume fällen, wenn die gelegten Fangbäume rasch voll belegt (alle 10 cm ein Einbohrloch) wurden, um ein Ausweichen auf stehende Bäume zu verhindern.
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Fangbaumvorlage in Absprache mit der zuständigen Bezirksforstinspektion durchführen, die auch Förderungen abwickelt.
Bei aller Sorgfalt wird der Witterungsverlauf im Frühjahr die Populationsentwicklung der Borkenkäfer aber auch die Vitalität der Fichten entscheidend beeinflussen. Waldbesitzer können einer Borkenkäfermassenvermehrung durch saubere Waldwirtschaft und unverzüglicher Aufarbeitung von Schadhölzern entgegenwirken.
Dipl.-Ing. Josef Krogger |