Dabei bestimmen folgende Trends das Holzmarktgeschehen:
- Aus dem Osten werden die Rundholzimporte nach Österreich deutlich zurückgehen.
- Neue Sortimente wie Plattenholz und Energieholz werden zu einer Nachfragesteigerung bei Rundholz führen.
- Das Holzaufkommen aus dem organisierten Kleinwald wird steigen.
- Derzeit noch bewirtschaftete Waldflächen, die künftig keine positiven Deckungsbeiträge mehr erbringen, werden zwangsläufig aus der Holznutzung fallen.
- Ist die Versorgungssicherheit der Holzverarbeiter in Frage gestellt, werden die Kapazitäten zu leichter verfügbareren Rohstoffquellen verlagert.
Die Ergebnisse der aktuellen Waldinventur zeigen auf, dass Nutzungsreserven insbesondere im Bauernwald vorhanden sind. Die zusätzlich realisierbare Holzmenge liegt dort im Ertragswald bei 2 bis 3 Vfm pro Hektar und Jahr. Das entspricht einem möglichen, jährlichen Nutzungsvolumen von 2,4 bis 4,1 Mio. Vfm. Im Vergleich dazu werden aktuell rund 7,5 Mio. FMO Rundholz nach Österreich importiert.
In den letzten Jahren haben die Waldverbände bewiesen, dass das Rundholzangebot zum Vorteil ihrer Kunden bereitgestellt und auch zusätzliche Mengen mobilisiert werden. Die gemeinschaftlich vermarktete Holzmenge wurde seit dem Jahr 2000 von rund 1 Mio. FMO auf nunmehr 2,3 Mio. FMO gesteigert.
Dabei verfolgen die Waldverbände folgende Zielsetzungen:
- Das Einkommen der Mitglieder soll nachhaltig gesichert und erhöht werden.
- Die Holznutzung soll im Ertragswald in Abstimmung auf die Marktlage an den Zuwachs herangeführt werden.
- Rundholzimporte sollen reduziert werden.
- Alle Partner der Waldverbände, vom Großsägewerk bis zu kleineren lokalen Betrieben, sollen nachhaltig nach vereinbarten Lieferprofilen mit dem Rohstoff Holz versorgt werden.
- Die im Einflussbereich der Waldverbände gemeinschaftlich vermarktete Holzmenge soll bis 2010 um jährlich 10 Prozent auf rund 4 Mio. FMO gesteigert werden.
Dafür setzen die Waldverbände folgende Maßnahmen:
- Die Kooperation der Waldverbände über Bundesländergrenzen hinaus wird verstärkt.
- Von den Waldverbänden werden regionale Vermarktungseinheiten mit marktrelevanter kritischer Größe gebildet, um am Holzmarkt erfolgreich agieren zu können.
- Mit Holzkunden werden längerfristige Verträge angestrebt. Partnerschaften mit Holzernteunternehmern und Frächtern sollen auch deren wirtschaftlichen Erfolg sichern. Die Zusammenarbeit mit leistungsfähigen Bauernakkordanten ist den Waldverbänden ein Anliegen, Synergien mit Maschinenringen sollen genutzt werden.
- In Kooperation mit den Landwirtschaftskammern soll der Dienstleistungsbereich forciert werden. Besondere Akzente werden in Richtung jener Waldbesitzer gesetzt, die ihren Wald nicht mehr selbst bewirtschaften.
- Die Versorgung mit Energieholz wird auf KWK - Großanlagen ausgedehnt.
- Forschungsprojekte mit Lösungsansätzen zur Mobilisierung von Holz werden verstärkt initiiert.
- Ausbildungsprogramme im Rahmen forstlicher Zusammenschlüsse sollen die Effektivität in der Aus- und Weiterbildung steigern.
Allerdings ist auch das „Umfeld“ der Waldverbände gefordert. Die Sägerundholzübernahme ist transparenter zu gestalten. In der Rundholzpreisgestaltung für Waldverbände muss der Wille zur Partnerschaft noch stärker sichtbar werden. Bei der forstlichen Förderung ist der Schwerpunkt in der strukturellen Stärkung bestehender, sich dynamisch entwickelnder Einheiten zu setzen. Der Neu- und Ausbau von Forststraßen ist eine Voraussetzung zur Holzmobilisierung und sollte daher besonderer Förderschwerpunkt sein. Zusätzliche Beschränkungen der Waldbewirtschaftung durch Gesetzgebung die über die derzeitige Sozialbindung hinausgehen, wirken kontraproduktiv zum eigentlichen Ziel einer stärkeren Nutzung des Zuwachspotentials.
Der ungekürzte Text des Positionspapiers ist auf der Homepage www.waldverband.at nachzulesen.
|