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Überbetrieblicher Forstmaschineneinsatz

In unseren heimischen Wäldern liegen noch große Nutzungsreserven. Vielerorts wird dieses Potential aber nur teilweise genutzt, und oft mangelt es den Waldbesitzern an der notwendigen Arbeitskapazität, um Pflegerückstände aufzuarbeiten.

Oft fehlt nur die richtige Arbeitsvariante, um
Nutzungen durchzuführen, manchmal genügt ein kurzes Wegstück, das noch zu bauen ist, um einen Seilkran aufzustellen, oft ist es nur eine kleine Überwindung, eine „Holzerntemaschine“ im Wald einzusetzen.

Der Stand der Technik ist heute schon so weit,
dass Nutzungen, die vor 10 Jahren noch unerschwinglich waren, heute durchgeführt werden können und, so wie in Erstdurchforstungen, auch unter dem Strich ein Plus steht.
Als positive Nebenerscheinungen ergeben sich daraus Bestandesstabilität und Steigerung des Zuwachses, sowie vielerorts Förderung der Naturverjüngung und dadurch Kostensenkung bei Aufforstungen und Pflegemaßnahmen.

Nicht nur die Auswahl des Arbeitsverfahrens, das natürlich möglichst bestandes- und bodenschonend stattfinden muss, sondern auch der Zeitpunkt der Nutzung sind von größter Bedeutung.
Regionale Schlägerungsunternehmer und Bauernakkordanten sind die wichtigsten Ansprechpartner. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, haben keine hohen Überstellungskosten für ihre Maschinen und wohnen direkt in der Gemeinde oder im Bezirk.
Natürlich sind diese Kapazitäten begrenzt, und sehr oft sind diese Unternehmer bereits auf längere Zeit von ihren Stammkunden ausgebucht. Natürlich muss man berücksichtigen, dass größere Maschineneinsätze, die eine bestimmte Nutzungsvariante voraussetzen, länger vorauszuplanen sind. So geschieht es sehr oft, dass man unter Umständen ein halbes Jahr warten muss, bis die geplante Nutzung durchgeführt werden kann. Durch rechtzeitige Planung entstehen keine Engpässe, und der Waldbesitzer bekommt die passende Forstmaschine zur richtigen Zeit in seinen Wald.

Außerdem ist bei der Planung von Maschineneinsätzen zu berücksichtigen, dass kann in bestimmten Regionen oft nur im Sommer oder Herbst gearbeitet werden, da der Zustand der Wege und Wegsperren im Frühjahr Arbeiten in das II. Quartal hinein verhindert. Zufuhr- und Urlaubssperren in den Sägewerken und bei der Papierholzindustrie sind im Sommer zu beachten.

Organisation, Voraussetzungen:

Flächen:
Durch den Einsatz von verschiedensten Forst-
maschinen können Waldpflegemaßnahmen kostengünstig, rasch und effizient durchgeführt werden. Diese Einsätze müssen bestandes- und bodenschonend sowie ökologisch vertretbar erfolgen.
Für den Waldbesitzer müssen diese Maschineneinsätze mit höchstmöglicher Kosteneffizienz
möglich sein. Bei rechtzeitiger Anmeldung kann durch überbetriebliche Zusammenlegung von zu bearbeitenden Flächen eine bessere Auslastung von Forstmaschinen und damit eine deutliche Kostenminimierung erfolgen!!!!!!!

Aufschließung:
Die Abfuhrmöglichkeit hat die größte Bedeutung. Besonders in den Frühjahrs- u. Herbstmonaten ist die Befahrbarkeit von Forststraßen
(z.B. durch Straßensperren der Gemeinden, Frostaufbruch, nasse Wege) nicht immer gegeben. Bei Harvestereinsätzen in Hanglagen stellt oft eine steile Böschung das Hindernis für den nachfolgenden Forwarder dar oder es fehlen überhaupt geeignete Auffahrten.
Durch Anlegen von Auffahrten vor Arbeitsbeginn oder auch gleich im Zuge eines Straßenbaus wird ein Harvestereinsatz oftmals erleichtert nd hohe Kosten durch das nachträgliche Anlegen einer Auffahrt können vermieden werden.

Geländeeigenschaften und Hangneigung:
Die Geländeeigenschaften sind der wesentliche Faktor bei der Auswahl des optimalen Verfahrens. Die Grenze der Befahrbarkeit in der vollmechanisierten Holzernte wird durch den Forwarder bestimmt, der bis zu 50 % Hangneigung eingesetzt werden kann. Neue kombinierte Verfahren wie z.B. Harvester- und nachfolgender Seilkraneinsatz sind durch neue Harvestertechnolgien in den letzten Jahren möglich geworden.
Bei Seilkraneinsätzen kommt immer mehr die Variante Seilkran-Vollbaumernte-Prozessoraufarbeitung auf der Straße zum Tragen.

Mindestmenge:
Eine Mengenuntergrenze kann nur empfohlen
werden - diese liegt bei ca. 300 FM pro Einsatz, kann jedoch auch durch die dringende Notwendigkeit der jeweiligen Nutzung auch geringer angesetzt werden.
Hier kommt die überbetriebliche Zusammenlegung von Flächen mit gleichen Voraussetzungen und gleicher Arbeitsvariante voll zum Zug. Durch kurze Überstellungen der Maschinen erreicht man Kostensenkung.

Auswahl des richtigen Verfahrens:
Je nach Art der Nutzung und den herrschenden Verhältnissen muss das geeignetste Verfahren ausgewählt werden.
Ausgehend von der Art des Bestandes, seines Alters, der Art des Eingriffes, der Geländeeigenschaften bis hin zu Lager- und Abfuhrmöglichkeit müssen alle Einflussfaktoren berücksichtigt werden, um das schonendste und dabei kostengünstigste System auszuwählen.

Durch gute Vorausplanung und guten Kontakt zwischen Waldbesitzern und Unternehmern können durch überbetriebliche Forstmaschineneinsätze der Abbau von Pflege- und Durchforstungsreserven effizient durchgeführt werden.
Die Eigenverantwortung jedes einzelnen Waldbesitzers wird durch Beratung und Betreuung seitens der regionalen WWG-Vertreter und des Waldverbandes unterstüzt.

Service d. WWG bzw. des Waldverbandes:

Vermittlung und Kontaktherstellung zu Schlägerungsunternehmern und Bauernakkordanten

Beratung hinsichtlich der einzusetzenden Nutzungsvariante – Vorkalkulation der Maschineneinsätze

Flächenvorbereitung mit anschließender Einsatzplanung

Laufende Kontrolle der Arbeiten und Abnahme bei Arbeitsende (Bonus-Malus System bei Harvestereinsätzen)

Waldverband Steiermark • Hamerlinggasse 3 • A-8010 Graz • +43 (0)316 833530 • office@waldverband-stmk.at