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15. August 2009 - Unwetter zerstören ländliches Wegenetz

Starkregen mit enormen Wassermassen sowie lang anhaltende Regenfälle prägten unser Wetter in den letzten Monaten. Abschwemmungen, Rutschungen, Verklausungen und vieles mehr führten zu massiven Beschädigungen unseres ländlichen Wegenetzes mit katastrophalen Auswirkungen. Verstärkt wird diese Krisensituation dadurch, dass in einigen Regionen die Reparationsarbeiten nach dem Sturmereignis Paula noch nicht beendet wurden. Rasche Sanierungsmassnahmen sind daher notwendig, um die Lebensadern des ländlichen Raumes, unsere Zufahrts- und Güterwege, wieder in einen ordentlichen Zustand herzustellen. Diese meist teuren Arbeiten bedürfen einer genauen Planung und Vorbereitung. Sparen am falschen Ort führt häufig zu noch höheren Folgekosten.

Schotterwege
Gerade die Schotterstraßen sind den Wassermassen von oben besonders ausgesetzt. Abgeschwemmte Verschleiß- und Tragschichten, aufgeweichter Unterbau und ausgeschwemmte Wassergräben sind häufig Folgen von starken Niederschlagsereignissen. Die einfache und damit rasche sowie auch kostengünstigere Beseitigung solcher Mängel können als Vorteil von Schotterwegen gesehen werden. Besonderes Augenmerk muss bei Sanierungsmaßnahmen auf den Aufbau der Tragschicht gelegt werden. Da die Schotterbereitstellung meist der größte Finanzierungsbrocken ist, wird häufig bei der Aufbringung einer ausreichenden Schotterdecke gespart. Die Folgen sind eine Durchmischung mit dem Unterbau und der Verlust der notwendigen Tragfähigkeit. Kurzlebigkeit, verbunden mit Spurrillenbildung und Verdrückungen bei geringer Belastung, können Folgesanierungen bereits nach sehr kurzer Zeit notwendig machen. Die Gesamtkosten der Sanierung erhöhen sich dadurch beträchtlich. Auf eine ausreichende und gut funktionierende Entwässerung kann nicht oft genug hingewiesen werden. Regelmäßig durchgeführte Erhaltungsmaßnahmen, wie z.B. die Weginstandhaltungsaktion (WIA) der Landwirtschaftskammer in Bergbauergebieten, erhalten nicht nur die Schotterstraßen auf einem hohen technischen Niveau sondern auch den Benutzungskomfort. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigten, dass alle vier Jahre eine Graderung mit abwalzen und der Bereitstellung meist geringer Schottermengen die kostengünstigste Erhaltungsmaßnahme ist. Ein ordentlich betreuter Schotterweg ist gerade im forstwirtschaftlich geprägten Bergland mit hohen Achslasten und langen Hofzufahrtswegen eine gute Alternative zum Asphaltweg.

Asphaltstraßen
Größere Schäden an asphaltierten Straßen entstehen meist durch die indirekte Einwirkung vonNiederschlägen, wie z.B. durch Ausschwemmungen bei unzureichenden Entwässerungen, Setzungen des Straßenkörpers und Hangrutschungen. Die Sanierung solcher Schäden erfordert aufwendige Arbeiten und ist daher mit sehr hohen Kosten verbunden. Meist müssen Teilabschnitte oder ganze Weganlagen neu errichtet werden. Der Aufwand entspricht einem Neubau.

Kleine Schäden, dazu zählen Risse, geringfügige Verdrückungen usw. sollten möglichst sofort behoben werden, da sie weitere Angriffspunkte für Frost und Wasser bilden und rasch zu großen Schäden führen können. Der derzeitige Ausbaustandart von Asphaltstraßen im ländlichen Raum erlaubt nur eine eingeschränkte Nutzung in Unzeiten d. s. Frost-Tauperiode, lange Niederschlagsperioden mit aufweichen des Untergrundes. Bereits eine oder wenige Überfahrten können zu Schäden in der Asphaltdecke führen. Die Asphaltstraße als hochwertiges Bauprodukt erfordert einen sensiblen Umgang bei Nutzung und Instandhaltung, da Sanierungskosten meist kostspieliger als bei Schotterstraßen sind.

Rutschungen
Die Niederschlagsmengen bei Unwettern und die häufigen Regenfälle führten zu hunderten Rutschungen in der dicht besiedelten Ost- und Weststeiermark. Neben Gebäudeschäden wurde auch die Infrastruktur stark beeinträchtigt. Rutschungen und Muren sind ein schlafendes Gefahrenpotential, die bei extremer Witterung ausgelöst werden. Daher ist bei den Sanierungen darauf zu achten die Ursachen zu beseitigen. Auf den Auslöser, ausgiebige Regenmengen, haben wir keinen Einfluss.

Bei sämtlichen Sanierungsarbeiten sollte professionelle Hilfe und Beratung herangezogen werden. Für Förderungen und Beratungen stehen ihnen die Landwirtschaftskammer und das Land Steiermark gerne zur Verfügung.

Zur Beratung und Information stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

 

 Rutschungen, Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 19B Schutzwasserwirtschaft und Bodenwasserhaushalt

Stempfergasse 7, 8010 Graz

Tel.: 0316/877-2492

 

 Ländliches Wegenetz, Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 18D Verkehrserschließung im ländlichen Raum

Schönaugasse 10, 8010 Graz

Tel.: 0316/877-6820

 

Landwirtschaftskammer Steiermark, Wegebaureferat

Hamerlinggasse3, 8010 Graz

Tel.: 0316/8050-1275

 

alle Gemeinden für Privatschadensausweisung (Katastrophenfonds)

 



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