Waldverband Steiermark

Tu was man dich gelehrt hat!

Die meisten Unfälle könnten alleine durch das richtige Umsetzen des Gelernten vermieden werden

Tu was man dich gelehrt hat!

Die Forstarbeit ist ein gefährliches Geschäft. Auch gut ausgebildete Profis sind vor gefährlichen Unfällen nicht gefeit. Im Laufe der Zeit schleichen sich oft Fehler ein, kleine Schlampereien, die böse ausgehen können. Das erlernte wird vom Alltag verdrängt, die Ausbildung ist oft lange her. Genau hier setzt das neue „training on the job“ der FAST Pichl an.

Videoanalyse
Die Trainer aus Pichl begleiten Arbeiter einen halben oder besser einen ganzen Tag bei ihrem Job. Der Ausbildner nimmt die Arbeitsabläufe von maximal drei Forstarbeitern auf Video auf und gibt zwischendurch Ratschläge. „Training on the job“ richtet sich an den professionellen Waldarbeiter, der in Sachen Unfallschutz, Arbeitssicherheit aber auch in effizientem Arbeiten sensibilisiert werden soll“, erklärt Martin Krondorfer, Leiter der FAST Pichl. Eine Ausbildung zum Forstfacharbeiter oder zumindest der Besuch von Zertifikatslehrgängen sollte vorausgegangen sein.

Training in der Praxis
Rudolf Zangl leitete das erste „training on the job“ in der Praxis. Er erklärt warum der Bedarf an diesem System da ist: „Viele Forstarbeiter haben keine Ausbildung – die arbeiten teilweise mit wilden Methoden. Daher ist das Training eine sinnvolle Sache.“ Mithilfe des Videos erkennen die Arbeiter ihre Fehler leichter und lassen sich eher von einer anderen Arbeitsweise überzeugen. Durch richtige Forstarbeit wird nicht nur das Unfallrisiko gesenkt, sondern auch das Arbeitsergebnis qualitativ verbessert. Das freut natürlich den Schlägerungsunternehmer, der schließlich die Schulung bezahlen muss. Diese Trainingstage werden aber auch vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser, der Europäischen Union und den Ländern Österreichs unterstützt. Martin Krondorfer würde sich darüber freuen, wenn dieses Training Schule machen würde: „Vergleichbare Initiativen von anderen forstlichen Ausbildungsstätten wären sinnvoll.“ Die Waldarbeit fordert sicheres und effizientes Arbeiten häufig unter schwierigsten Bedingungen. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten rund um die Waldarbeit für einfache Brennholzwerber bis hin zu Professionisten in Forstbetrieben und Schlägerungsunternehmen werden in den österreichischen Ausbildungsstätten sehr gut nachgefragt. Die Forstfacharbeiterausbildung ist in den Bundesländern ein fixer wichtiger Bestandteil zur Grundausbildung der Waldbesitzer und deren Angestellte. Die Teilnahmezahlen sind in ganz Österreich weiter im Steigen und sind Beweis für eine gute solide Ausbildung mit Zukunft.

Ausbildung darf nicht enden
Die seit drei Jahren angebotenen Zertifikatslehrgänge für Motorsägenführer und Seilanlagenführer des Bundesministeriums sind ein weiterer Schritt zur besseren Qualifizierung der österreichischen Waldarbeiter. Wenn es nach Martin Krondorfer und der FAST Pichl geht, darf die Aus- und Weiterbildung jedoch nicht hier enden.

Neues an der FAST Pichl
Biotopschutz und Biodiversität, waldbauliche Themen, Forstschutz, forstliche Betriebswirtschaft und natürlich Neues aus der Forsttechnik wird in diesem Bildungsjahr neu angeboten. Mehr dazu unter Tel. 03858/2201-0 und auf www.fastpichl.at.

Das ganzheitliche und leistungsstarke Angebot. Für alle steirischen Waldbesitzer: