Die Rundholzproduktion läuft auf vollen Touren, die Preissignale der Industrie werden im Kleinwald richtig verstanden und genutzt. Das Gebot der Stunde lautet, NICHT ins Blaue produzieren. Die Nutzungen umfassend planen und die Absatzmöglichkeiten mit den regional Verantwortlichen des Waldverbandes abstimmen. Der wertvolle Rohstoff HOLZ wird in jedem Fall dringend von der Industrie gebraucht. Die Kriterien für die weiterverarbeitende Industrie sind Kontinuität und Planbarkeit. Je besser wir diese Prozesse intern in den Griff kriegen umso besser sind unsere Chancen am Markt.
Die Preise sind seit dem Jahreswechsel über alle Sortimente noch einmal gestiegen. Derzeit sind Angebot und Nachfrage annähernd ausgeglichen, mit einem leichten Angebotsüberhang. Diese Aufnahmefähigkeit des Marktes muss durch diszipliniertes Verhalten der Waldbesitzer aufrecht erhalten bleiben. Angebot und Nachfrage bestimmen im Wesentlichen den Preis, ein Angebotsüberhang muss unbedingt verhindert werden. Die Versorgung der Sägeindustrie im Süden Österreichs ist durchwegs gut bis sehr gut. Erste Zufuhrsperren und Kontingentierungen können durch das Erschließen neuer Rundholzmärkte vorerst kompensiert werden.
Der Absatz von Laubblochholz durchschnittlicher Qualität ist vor allem bei Buche gering. Gute Qualitäten von Eiche und Ahorn sind nach wie vor gefragt. Die Preise bewegen sich in etwa auf dem Vorjahresniveau.
Unsere Wertholzsubmission ist auch heuer wieder sehr gut gelaufen. Der Grundsatz Qualität vor Quantität hat sich besonders deutlich im Durchschnittspreis der vermarkteten Gesamtmenge niedergeschlagen, der auf über 500 €/fm gestiegen ist. Der österreichweite Durchschnittspreis liegt bei 416 €.
Der Bedarf der österreichischen Papier- und Zellstoffindustrie an Industrieholz ist anhaltend hoch. Sowohl bei Faser- und Schleifholz, sowie auch bei den Sortimenten für die Plattenindustrie sind die Preise im Vergleich zu 2011 noch einmal deutlich gestiegen. Der Absatz von Buchenfaserholz läuft sehr gut, zum Teil wird auch Sägerundholz schlechterer Qualität zu entsprechenden Preisen mit übernommen. Die Nachfrage nach allen Energieholzsortimenten ist weiterhin auf hohem Niveau.
Preise auf Vorkrisenniveau
Die Preise haben mittlerweile das Niveau von 2007 erreicht, gegenüber dem Vorjahr sind sie im Vergleichszeitraum um 20 €/fm und mehr gestiegen.
Das Preisband für das Leitsortiment liegt derzeit bei 87,0 bis 94,0 €/fm. Für die nächsten Monate ist damit zu rechnen, dass sich die Preise im oben angegebenen Preisband bewegen. Der Preis für Kiefer ABC Media 2a bewegt sich derzeit auf dem einem Niveau von 68,0 bis 70,0 €/fm.
Die Preise für Faserholz bewegen sich derzeit zwischen 35 bis 37 €/fm, jene für Schleifholz zwischen 44 und 50 €/fm. Die Zeit Durchforstungsrückstände in Angriff zu nehmen, könnte nicht besser sein. Alle anfallenden Sortimente sind gut verkaufbar.
Alle angegebenen Preise beziehen sich auf den Zeitraum Februar 2011. Die Preise sind Nettopreise, welchen die gesetzlich vorgeschriebene Umsatzsteuer von 10% oder 12 % hinzuzurechnen ist.
Bei Lieferungen von Industrie- und Energieholz ist ein besonderes Augenmerk auf die Übernahmekriterien zu legen. Umrechnungsfaktoren zwischen verschiedenen Einheiten können nicht nur verwirren, sondern auch den Erlös erheblich beeinflussen. Vergleichen zwischen unterschiedlichen Abnehmern ist oft nur mit erheblichem Rechenaufwand möglich.
Derzeit sind die Rahmenbedingungen für die Vermarktung aller Rohholzsortimente attraktiv. Die Überwachung der Sortierung ist ein wesentliches Erfolgskriterium. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Der Durchschnittspreis über alle Sortimente ist erfolgsentscheidend. Über die Mitgliederplattform des Waldverbandes Steiermark (www.mitgliederplattform.at) erhalten sie laufend die aktuellen Sortierergebnisse.
Absatzmärkte
Nach einer Abschwächung im III. Quartal 2010 hat sich die internationale Konjunktur Ende 2010 wieder belebt. Die Bauwirtschaft entwickelt sich, auch in Österreich, aber weiterhin eher schwach. Fast durchwegs angezogen haben die Schnittholzsortimente an der Wiener Warenbörse. Im Durchschnitt notieren die Preise in Wien um bis zu 5 € höher als noch im Februar.
Ein großes Fragezeichen steht derzeit über Nordafrika und der arabischen Halbinsel, die Region wir subsummierend als „die Levante“ bezeichnet, einem wichtigen Absatzmarkt für europäisches Schnittholz. Die politischen Unruhen haben zu einer Verunsicherung der Märkte geführt. Wie sich die aktuelle Lage auf den Schnittholzmarkt auswirken wird, kann bis dato noch nicht eindeutig beurteilt werden. In Übersee hat sich aus österreichischer Sicht vor allem Japan sehr positiv entwickelt. Die Schnittholzlieferungen aus Österreich sind 2010 gegenüber dem Vorjahr um 40 % auf ca. 275.000 m³ gestiegen.
Die Fichtenschnittholztrendziffer Süd („Schnitzi“), hat im Jänner 111,5 % erreicht (+ 4,13 % zu Dezember). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg von 16,71 %, nur 2007 war der Wert zum Jahresanfang höher.
Das Gebot der Stunde ist den Markt nicht zu überfordern. Wichtig ist dabei, dass die Mengen und Sortimente den Verantwortlichen des Waldverbandes rechtzeitig bekannt gegeben werden. Ein Überangebot und sei es nur ein kurzfristiges schwächt unsere Position am Markt erheblich und kann zu einem erheblichen Preisverfall führen.
Das ganzheitliche und leistungsstarke Angebot. Für alle steirischen Waldbesitzer: