170 österreichische Christbaumproduzenten besuchten am 27. August 2010 den österreichischen Christbaumproduzententag, der heuer in Stainz stattgefunden hat.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung gab es in Stainz einiges an Verwunderung, wurde als besonderer „Hingucker" ein Christbaum in vollem Weihnachtsaufputz vor der Veranstaltungshalle der Hofer-Mühle aufgestellt. Vizepräsident ÖR Johann Resch eröffnete den Christbaumproduzententag und forderte die Produzenten auf, sich geschlossen der Öffentlichkeit zu präsentieren um ihre Leistungen für die Gesellschaft darzustellen – aktives Lobbying ist das Schlagwort der Gegenwart.
Die Nordmannstanne - der klassische Weihnachtsbaum
Gottfried Fließer, steirischer Christbaumproduzent und Sprecher der ARGE Steirische Christbaumbauern stellte in seinem Fachreferat christbaumfähige Baumarten vor.Obwohl es sehr viele verschiedene Tannen und Fichtenbaumarten gibt, erfreut sich die Nordmannstanne mit einem Marktanteil von 90 Prozent über die höchste Popularität. Die meisten der anderen noch christbaumfähigen Arten sind lediglich im Bereich der Ballenware, beziehungsweise für den „Ab Hof Verkauf" interessant.
Effektive Mikroorganismen
Peter Painer stellte den Einsatz von effektiven Mikroorganismen kurz EM genannt, vor. Wenn diese, in Verbindung mit ultrafeinem Biolit Urgesteinsmehl ausgebracht werden, stärken sie nicht nur die Pflanzen, sondern führen auch zu einem gesunden Boden. Über die Nadeln ausgebracht vitalisieren sie nachhaltig die Pflanze und fördern ihre Widerstandskraft. Durch dieses rein biologische Mittel, gibt es keine schädlichen Nebenwirkungen. Die Christbäume wachsen gesund heran, haben einen gedrungenen Wuchs und kräftig grüne Nadeln.
Gemeinsame Offensiven schaffen
Karl Schuster, Geschäftsführer der ARGE Niederösterreichischer Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten gab einen Ausblick über die Entwicklungen am nationalen und internationalen Christbaummarkt. Schuster befürchtet kommende Engpässe bei den größeren Bäumen über 1,75 Meter und rät, jetzt die minderen Qualitäten zu ernten, um die Kulturen zu reinigen und aufzuwerten und um in der Zukunft mit besseren Qualitäten konkurrenzfähiger sein zu können. Die Gefahr, dass aus anderen Ländern, insbesondere aus dem Osten viele Bäume importiert werden könnten, hat sich vorerst nicht bestätigt. Diese Länder haben einen eigenen, ständig steigenden Bedarf, Österreich produziert die im Land benötigten Bäume faktisch zur Gänze selbst. Der Trend zum Baumarkt- oder Möbelhausbaum ist, entgegen großer Befürchtungen, in Österreich nicht eingetreten. Der Österreicher kauft seinen Baum lieber beim Bauern oder am Christbaumstand, wie es auch eine aktuelle Fessl-Umfrage belegt.
Franz Raith, Obmann der ARGE Niederösterreichischer Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten und Präsident des Europäischen Christbaumverbandes betonte, dass aufgrund der EU-Förderungssituation in Dänemark die Christbaumproduktion weiter zurück geht. In Ländern wie Russland und Polen entstehen aber verstärkt neue, große Produktionsflächen, die in den nächsten Jahren große Mengen an Christbäumen liefern könnten. Fraglich ist jedoch, inwieweit in diesen Ländern der Eigenbedarf steigen wird.
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