Waldverband Steiermark

Aufforstungen dringend schützen!

Aufforstungen werden durch Insekten oder Wildtiere geschädigt. Gute Anwuchserfolge erfordern rechtzeitige Schutzmaßnahmen.

Aufforstungen dringend schützen!

Der Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis L.) legt seine Eier während der gesamten Vegetationsperiode an der Rinde frisch geschlägerter Wurzelstöcke ab. Es entwickeln sich immer wieder Jungkäfer, die ihrerseits nach kurzem Reifungsfraß wieder neue Bruten anlegen. Der Käfer frisst die Rinde von Fichten- und Kiefernpflanzen, fallweise auch von Lärchen- und Douglasienpflanzen, bis auf das Holz plätzeweise ab. Das befallene Bäumchen stirbt dadurch ab. Daher ist ein genaues Beobachten der Kulturen dringend notwendig, bei Befall sind sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten. Besonders massiv tritt der Käfer im Mai und im August auf. Gefährdete Forstkulturen sind in diesen Monaten besonders genau zu beobachten und wöchentlich zu kontrollieren. Eine bewährte aber aufwändige Methode zur Beobachtung und Bekämpfung des Rüsselkäfers stellt auch das Auslegen von Fangrinden dar. Ab Ende April/Anfang Mai werden Rindenstücke ( zirka 20 mal 30 Zentimeter groß) Bast auf Bast gefaltet, mit Schnur oder Steinen fixiert und zirka 50 Stück je Hektar Bekämpfungsfläche direkt am Boden ausgelegt. Diese Auslegestellen werden mit einem Pflock markiert, um sie leichter zu finden. Fangrinden sind je nach Witterung zwei bis vier Wochen lang fängisch. Danach ist bei hohen Käferfangzahlen eine zweite Fangrindenaktion anzuraten. Eine mögliche dritte Ausbringung sollte erst im August erfolgen.

Eine wirkungsvolle, aber aufwändige Methode ist die Einzelspritzung von stehenden Pflanzen mit einem zugelassenen Pyrethroid. Vorbeugend können die Forstpflanzen auch vor dem Setzen im Spritz – oder Tauchverfahren behandelt werden. Wichtig ist die gründliche Benetzung des oberirdischen Stammteiles bis zum Wurzelanlauf. Die Gefahr wäre nach einer 3-4 jährigen Schlagruhe geringer, aber die Probleme in der Kulturpflege durch üppige Schlagvegetation sind abzuwägen.

Wildverbissschutzmaßnahmen

Die Wildschadensanfälligkeit einer Kultur oder eines Bestandes kann wesentlich durch die waldbauliche Behandlung oder Pflege gesteuert werden. Radikale Kulturpflegemaßnahmen verringern das Äsungsangebot und lenken damit die Wildtiere zu den „gepflegten“ Wirtschaftsbaumarten. Ausgeräumte einschichtige Hallenbestände bieten keine Deckung und führen zu Wildkonzentrationen in angrenzenden Beständen. Durchforstete und stufig aufgebaute Wälder können großflächig Äsung und Deckung bieten. Geringerer Stress für die Wildtiere heißt aber meistens auch weniger Wildverbiss.

Im Wesentlichen sind Aufforstungen gegen Verbiss und Verfegen zu schützen. Großflächige Zäunungen bewähren sich nicht sehr gut, da die Kontrolle des Zaunes sehr zeitaufwändig ist. Einzelpflanzenschutz kann chemisch oder mechanisch erfolgen. Im Frühjahr ist besonders auf den Schutz vor Fegeschäden zu achten. Diese Mittel werden vor allem bei größeren Laubholzheistern am Stamm aufgetragen und das Mittel muss alle zwei Jahre erneut aufgetragen werden. Für Nadelholzkulturen hat sich gerade für Lärchenpflanzen der Stachelbaum bewährt. Zu achten ist aber, dass der Metallstab nicht in das Holz einwächst und das Material nach einigen Jahren verlässlich entfernt und entsorgt wird. Grundsätzlich ist niemand verpflichtet, Wildschutzmaßnahmen zu setzen. Ohne vorbeugende Maßnahmen bleibt aber der Kulturerfolg trotz Entschädigungszahlungen der Wildschäden aus.

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